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Doz.: Rainer Kuhlen (V), Joachim Griesbaum (Ü)
Themengebiet: Informationswissenschaft / Angewandte Informatik
Hypertext (synonym mit Hypermedia) hat seit den letzten 15 Jahren einen Paradigmenwechsel nicht nur in der technischen Informationsverarbeitung bewirkt, sondern auch bezüglich der Formen, wie Wissen dargestellt und Information erarbeitet wird. Hypertext ergänzt die bislang dominierenden Formen der linearen Darstellung von Wissen (begünstigt durch die Technologie des Druckes und der Darstellung in sequenziellen Texten) durch Formen der nicht-linearen Organisation von Wissen und der nicht-linearen Erarbeitung von Information. Die grundlegende Idee von Hypertext ist die Verknüpfung von informationellen Einheiten durch vielfältige Verbindungen, so dass komplexe Netze aus Wissen entstehen, in denen auf vielfältige Weise navigiert werden kann.
Der Kurs dient der Einführung in die Hypertextmethodologie, die auch grundlegend für die gegenwärtigen Mehrwertdienste im Internet ist (vor allem unter Verwendung des WWW und für die in den verschiedensten Bereichen eingesetzten CD-ROM-Produktionen). Es werden Hypertextsysteme vorgestellt, und es wird ein Überblick über typische Hypertextanwendungen gegeben. Die Hypertext zugrundeliegenden Autorensysteme und Auszeichnungs- bzw. Repräsentationssprachen werden besprochen und das Arbeiten mit ihnen wird an konkreten Beispielen eingeübt. Über die technischen und methodischen Aspekte hinaus wird auch auf die Konsequenzen des fortschreitenden und tendenziell universalen Einsatzes von Hypertext eingegangen, z.B. auf den Wandel des Autorenbegriffs, auf das Verständnis von geistigem Eigentum, auf Auswirkungen auf Lernen, auf Literaturproduktion, allgemein: auf die Auswirkungen unseres Umgangs mit Wissen und Information.