Seminar Ubiquitous Computing and Information Appliances -
Seminar on Ubiquitous Computing and Information Appliances
(S2)
Vorbesprechungstermin: 16.10.2002, 15.00 h, D 247
Doz.: Harald Reiterer, Tobias Limbach
Adressaten:
Studierende im Masterprogramm Information Engineering
Studierende im Bachelorprogramm Information Engineering
Themengebiet:
Angewandte Informatik und Informationswissenschaft
Angebot im Lehr-Export:
Lehramt, Zusatzfach Informatik
Mathematik, Nebenfach oder Schwerpunkt Informatik
Voraussetzungen:
Keine
Inhalt:
Der Computer dringt heute in immer mehr Lebensbereiche vor und entwickelt sich vom generellen Problemlöser weiter zum spezialisierten Werkzeug für ganz bestimmte Einsatzzwecke bzw. Aufgabenstellungen. Typische Beispiele hierfür sind: Persönliche Digitale Assistenten (PDAs), Handys der 3. Generation (mit Videoconferencing, Terminkalender, etc.), E-Books, Web Tablets, Autonavigationssysteme, etc.
Im Rahmen des Seminars sollen bestimmte Anwendungsszenarien untersucht werden (z.B. der PDA als Museums- oder Messeführer), wobei der Schwerpunkt auf Fragestellungen der Mensch-Computer Interaktion gelegt wird. Dabei gilt es beispielsweise zu untersuchen, welche Interaktionstechniken, Präsentationstechniken, Ein-/Ausgabegeräte, etc. kommen zum Einsatz. Welche Möglichkeiten bieten Multimodale User Interfaces, welche Rolle spielt der Information Context für die Gestaltung der Mensch-Computer Interaktion, usw.
Sollte sich eine ausreichende Anzahl von Teilnehmern finden, so werden externe Referenten aus der Industrie und Forschung zu Referaten zu diesem Themengebiet eingeladen. Es ist auch geplant eine Exkursion zu einer Forschungseinrichtung zu machen, um dort Information Appliances im praktischen Einsatz zu sehen und zu testen.
Vorgehensweise:
Am Beginn der Veranstaltung werden Themen vergeben, die innerhalb eines Kolloquiums zu Semesterende dargestellt werden sollen. Es ist vorgesehen, dass die Teilnehmer zwischen der Themenvergabe und dem Kolloquium in regelmäßigen Abständen über ihre Fortschritte und Erkenntnisse "im kleinen Rahmen" berichten. Neben einer theoretischen Aufbereitung des jeweiligen Themas wird auch eine praktische Demonstration ausgewählter Beispiele erwartet. Das Seminar wird unter Verwendung des Groupware-Systems BSCW abgewickelt (d.h. die Seminararbeiten werden als HTML-Dokumente erstellt, die persönliche Betreuung wird durch Groupware-Technologien ergänzt, eine elektronische Kommunikation zwischen allen Kursteilnehmern soll initiiert werden).
Themenvorschläge:
- Einführung zu Information Appliances und UbiComp
Generelle Einführung in das Thema, Grundlagenliteratur, soll einen Überblick
über Geschichte, Gegenwart und mögliche Trends liefern
- IA und (Micro)Java: Möglichkeiten, Trends, Grenzen
Möglichkeiten von Micro-Java, welche Interaktionsformen sind möglich, HCI trifft IA
- IA und Fahrzeuge. Autos, Flugzeuge, Schiffe
Praktischer Einsatz von IA in mobilen Kontexten bzw. zur Unterstützung von
Fahrten
- IA und GIS, Location Based Services (evtl. 2 Personen)
LBS wird häufig als Killer-Application gesehen. Welche Einsatzmöglichkeiten
haben IA im stark raumabhängigen Kontexten? Wie stark muß die
Raumkomponente ausgeprägt sein um IA einzusetzen? Welche Möglichkeiten
bieten Geographische Informationssysteme (GIS)?
- IA und Logistik
Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es in der Logistik, wie werden IA hier von
den Usern aufgenommen? Welche speziellen Anforderungen gilt es zu
beachten?
- Wearable Computers: UC zwischen Mailand und Croisette
Wie können Wearable Computers von den Early Adopters hin zu Gaultier
und Versace gebracht werden? Welche Design-Ansätze gibt es?
- UC und Utility Studies: muss mein Kühlschrank wirklich Milch bestellen können?
Welche Ansätze zu Utility Studies gibt es? Welche methodischen
Vorgehensweisen können Anwendungen generieren?
- Household Appliances + Information Appliances = ???
Das vernetzte Haus als Basis des modernen Lebens. Welchen Beitrag können
Hersteller von Household Appliances leisten? Beispiel japanische Häuser.
- Wearable Computers: Persönliche Sicherheit, Militär
Die dunkle Seite der schönen Zukunft: Welche Anstrengungen unternimmt die
Rüstungsindustrie im Hinblick auf IA und Wearable Computers? Wie sieht der
Soldat der Zukunft aus? Welche Produkte sind auch für den zivilen Bereich
tauglich? Bsp. GPS-Endgeräte für Kinder besorgter Eltern etc.
- Information Visualization und IA: Reduktion bestehender Systeme oder völlige
Neugestaltung? Beispiel INVISIP...
Welches Wissen der HCI kann übernommen werden, wo müssen neue
Forschungsansätze her? Wie müßte ein bestehendes System modifiziert
werden, um einer IA gerecht zu werden?
- Usability Testmethoden für IA und UC. Scenarios, Testcases, Methodology
Welche spezifischen Anforderungen an das Usability Testing gibt es im
Hinblick auf IA und UbiComp? Wie können typische Testsituationen
aussehen?
- Ubiquitous Gender Computing. Revolutionärer Ansatz oder Spinnerei?
Gender Studies und UbiComp sowie IA. Welche Hilfestellungen kann das eine
dem anderen geben? Spielt Gender überhaupt eine Rolle oder geht es im
Kontext unter? Gibt es einen Gender-Kontext?
- Metaphern für IA-GUI's. Hat der Desktop ausgedient?
Welche Ansätze gibt es, vom Desktop Metapher der PC-Welt wegzukommen
und IA-spezifische Metaphern zu entwickeln. Welche Rolle spielen Metaphern
überhaupt für IA?
- Usability Tests verschiedener Handhelds. Methoden, Ergebnisse, Forschungsfragen.
Was kann man aus Usability Studien über Handhelds lernen? Wo traten die
meisten Schwierigkeiten auf? Welche gemeinsamen Erkenntnisse gibt es?
- Scenario Based Usability Engineering und IA
Welche Ansätze verfolgt das Scenario Based Usability Engineering im
Hinblick auf IA? Welche Rolle spielt Kontext für Scenarios? Wie können
glaubhafte Scenarios entwickelt werden bzw. wie werden Scenarios zu
fruchtbaren, erkenntnisreichen Scenarios?
- Context of Use und IA
Das Spannungsfeld Context - User - Location. Welcher Faktor dominiert
wann? Was müssen Usability Engineers im Testzyklus beachten?
- Mobile Computing und Sicherheit der Daten. Chance oder Handicap für
Anwendungen?
Sicherheit und spontaneität. In welchen Kontexten ist was gefordert, und wo
kann es gemeinsam auftreten? Bsp. Bezahlen mit dem Handy, IA als Ticket-
Ersatz für Bus, Bahn, Seenachtsfest etc..
- WAP: eine Retrospektive
Was hat WAP gebracht? Welche Erwartungen wurden erfüllt, wieso ist es
letztlich gescheitert? Welche Lehren hätten daraus für UMTS gezogen werden
können?
- Mobile Learning, Beispiel FernUni Hagen
Welche Chancen bietet Mobile Learning, wer sind die Anwender, welche
Kontexte gibt es? Können Prinzipien des E-Learning oder CSCW auf mobile
Endgeräte übertragen werden? Welche Kanäle (Audio+Video) können sinnvoll
eingesetzt werden?
Literatur:
Eric Bergman; Information Appliances and Beyond, Interaction Design for Consumer Products, Morgan Kaufmann, 2000
Donald Norman; The Invisiple Computer, MIT Press, 1998
Die weiterführende Literatur hängt von der jeweiligen Themenstellung ab und wird im Rahmen der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
Leistungsnachweis:
1 Seminararbeit (Umfang von ca. 20 Seiten) zur theoretischen Aufarbeitung des Themas 1 Foliensatz (ca. 20 Folien) für die Präsentation; für den Foliensatz wird ein Templat für das Layout vorgegeben
Leistungspunkte:
Es können bei erfolgreicher Teilnahme 3 Punkte angerechnet werden.