Uni-Konstanz

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Fachgruppe Informatik und Informationswissenschaft

 

information engineering

 

 

 

 


Ringvorlesung Informationsverarbeitende Systeme -
Lecture Series Information Processing Systems

(V2)
Termin: Di 18:00-19:30 h - R611

Erste Veranstaltung: Dienstag, 21. Oktober 2003

Leitung: Prof. Dr. Harald Reiterer - Organisation: Frank Müller

Adressaten: Studierende des Information Engineering im Grundstudium

Inhalt:

Im Studium des Information Engineering sind die beiden Fächer Informatik und Informationswissenschaft zusammengefasst. Die Professoren des Fachbereichs sowie fachbereichsexterne Dozenten werden einen Einblick in das Thema "Informationsverarbeitende Systeme" geben, jeweils von anderen Standpunkten aus gesehen. Damit soll ein möglichst breites Angebot an interessanten Themenstellungen behandelt und für die Studenten zur Verfügung gestellt werden.

Ablauf:

Es handelt sich um eine wöchentliche stattfindende Veranstaltung, die bis einschliesslich 03. Februar 2004 stattfinden wird. Davon wird ein grosser Teil vom Lehrpersonal des Fachbereichs selbst bestritten, für die restlichen Veranstaltungen werden externe Vortragende eingeladen.

Bisher stehen folgende Termine und Themen fest:

21.10.03 Prof. Dr. H. Reiterer Batch - Dialog - Immersion: Die Entwicklung der Mensch-Computer Interaktion  
28.10.03 Prof. Dr. O. Deussen Nichtrealistische Computergraphiken - Der ultimative Ersatz für den Künstler?  
04.11.03 Prof. Dr. U. Brandes Graphen und Google  
18.11.03 Prof. Dr. M. Scholl Datenbanktechnologie  
25.11.03 Prof. Dr. D. Keim Visuelle Exploration grosser geographie-bezogener Datenmengen  
02.12.03 Dr. R. Haenni Informationsalgebren  
09.12.03 Prof. Dr. D. Saupe Geometrische Algorithmen zur Reduktion von Punktmengen  
13.01.04 Prof. Dr. R. Hübner Das Gehirn als informationsverarbeitendes System  
20.01.04 Thomas Geis Wie man von Mängeln in interaktiven Produkten auf Mängel in deren Entwicklungsprozess schliessen kann  
27.01.04 Prof. Dr. M. R. Berthold Von Warenkörben und Molekülen -
Finden von Gemeinsamkeiten in grossen Datenmengen
 


Weitere Information zu Themen und Vortragenden werden sobald als möglich zur Verfügung gestellt.

Leistungsnachweis:

Es besteht Anwesenheitspflicht bei allen Veranstaltungen. Wird diese nicht nachgewiesen, kann kein Schein ausgestellt werden.
Der Leistungsnachweis wird ausserdem durch die Arbeit im Team erlangt. Die Studenten werden zu Gruppen zusammengefügt - je nach Anzahl Teilnehmer ca. 3-4 Personen pro Gruppe. Jede Gruppe erhält die Aufgabe, einen Vortrag aufzuarbeiten. Dazu gehören: Es wird empfohlen, diese Arbeit direkt im Anschluss an den jeweiligen Vortrag zu beginnen, um Terminüberlagerungen am Ende der Vorlesungszeit aus dem Wege zu gehen.
Die Gruppen können sich selbständig finden, indem sich jeder Teilnehmer in eine Liste, die zu Beginn der Lehrveranstaltungen am Büro D203 (Frank Müller) aushängen wird, für den gewünschten Termin einträgt.
Sollten alle Plätze für den Wunschtermin bereits belegt sein, so muss ein anderer Vortrag gewählt werden.

Hinweise zur Ausarbeitung / Hausarbeit:

Bei der Ausarbeitung müssen einige Punkte beachtet werden, die hier kurz zusammengefasst sind. Falls noch weitere Fragen bestehen, setzen Sie sich bitte mit dem Betreuer, Hr.
Frank Müller in Verbindung.

Richtlinien für die Ausarbeitung:

Leistungspunkte:

Bei erfolgreicher Teilnahme können 3 Punkte erworben werden.



Abstracts

Prof. Dr. H. Reiterer: Batch - Dialog - Immersion: Die Entwicklung der Mensch-Computer Interaktion

Im Rahmen des Vortrages wird ein kurzer historischer Abriss der technologischen Entwicklung der Mensch-Computer Interaktion gegeben. Dazu werden anhand von ausgewählten Meilensteinen der technologischen Entwicklung die verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Computer aufgezeigt. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, welche Folgen für die Gesellschaft mit den sich verändernden Interaktionsmöglichkeiten verbunden sind. Am Schluss wird auch noch ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen gegeben


Prof. Dr. U. Brandes: Graphen und Google

Die Suchmaschine Google kann als informationsverarbeitendes System angesehen werden. Ein darin wesentlich verwendetes Hilfsmittel, um aus der Vielzahl der Treffer für eine typische Anfrage die relevanten zu ermitteln, ist der so genannte PageRank. Formal handelt es sich dabei lediglich um eine spezielle Form der Netzwerkanalyse.
In diesem Vortrag wird eine einfache Einführung in die Graphentheorie gegeben und bis hin zu einem grundsätzlichen Verständnis von PageRank entwickelt.


Prof. Dr. M. Scholl: Datenbanktechnologie

Der Vortrag gibt einen Überblick über das Themengebiet Datenbanksysteme, zeigt auf, welche Forschungsarbeiten in diesem Bereich in Konstanz laufen und skizziert mögliche Vertiefungsrichtungen für Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten.


Prof. Dr. D. Keim: Visuelle Exploration grosser geographie-bezogener Datenmengen

Aufgrund der explosionsartig steigenden Datenmengen, wird die Exploration und Analyse in grossen Datenbeständen zunehmend schwieriger. Informationsvisualisierung und visuelles Data Mining können helfen, mit Informationsüberflutung umzugehen, da sie die Mächtigkeit heutiger Rechner mit den Fähigkeiten des menschlichen Wahrnehmungssystems verknüpfen.
Es gibt eine große Zahl an Visualisierunstechniken, die in den letzten zwei Jahrzehnten für die Exploration großer Datenmengen entwickelt wurden. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über visuelle Data Mining Techniken und illustriert sie durch eine Vielzahl von Anwendungsbeispielen.


Dr. R. Haenni: Informationsalgebren

In vielen Wissenschaften und im Besonderen in der Informatik ist Information ein zentrales Konzept. Entsprechend sollte es eine Informationstheorie geben, die den verschiedenen Aspekten des Informationsbegriffes gerecht wird. Aber unter Informationstheorie versteht man heute vor allem eine Methode, mit dessen Hilfe der Gehalt einer uebertragenenen Information gemessen werden kann. Dies scheint eine etwas eingeschränkte Sicht, denn Information besitzt viele weitere Fassetten. Zum Beispiel bezieht sich Information immer auf eine bestimmte Fragestellung. Zudem gibt es zu einer bestimmten Fragestellung oft Informationen aus verschiedenen, zum Teil unzuverlässigen Quellen. In einem solchen Fall müssen die Informationen kombiniert und auf die zu beantwortende Frage projeziert werden. Dies ist die Grundidee der Theorie der Informationsalgebren, welche in diesem Vortrag vorgestellt wird.


Prof. Dr. D. Saupe: Geometrische Algorithmen zur Reduktion von Punktmengen

In dem Vortrag behandeln wir elementare sogenannte greedy Algorithmen für das folgende geometrische Problem. Sei eine Menge von m Punkten in einem euklidischen Raum gegeben. Für n=1,2,3,... finde eine Teilmenge von m-n Punkten, so daß der maximale Abstand von einem der n entfernten Punkte zu der bleibenden Punktmenge minimal ist. Die Teilmenge soll also die gesamte Punktmenge immer noch gut repräsentieren. Das Problem ist i.A. nicht effizient lösbar weswegen heuristische Verfahren zur Gewinnung von suboptimalen Lösungen notwendig sind. Wir besprechen einen kürzlich von Iske vorgeschlagenen einfachen Algorithmus, in dem zunächst sukzessiv Punkte entfernt werden. Anschließend werden in einem Postprocessing Schritt Punkte ausgetauscht bis eine lokal optimale Lösung erreicht ist. Eine praktische Anwendung dieses und ähnlicher Algorithmen ist bei der Ausdünnung von großen Mengen meteorologischer Meßdaten gegeben, die zur Erstellung der Ausgangsdaten von Simulationen für Wettervorhersagemodelle dienen.
Den an diesem Thema interessierten StudentInnen wird auch die Teilnahme am Gastvortrag von PD Dr. Armin Iske, TU München, am Montag, 10.11.2003, 14:15h, empfohlen.


Prof. Dr. R. Huebner: Das Gehirn als informationsverarbeitendes System

In dem Vortrag wird die Entwicklung des Gehirns und die damit einhergehende Zunahme der Informationsverarbeitungskapazität dargestellt. An Beispielen wie der Objekterkennung wird erläutert, welche Unterschiede zwischen der Verarbeitung von Umweltreizen durch einfache Organismen und durch den Menschen bestehen. Dabei wird insbesondere auf die unterschiedlichen Repräsentationsarten eingegangen, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Doch trotz ihrer relativ großen Kapazität sind auch der menschlichen Informationsverarbeitung Grenzen gesetzt. Sofern diese Grenzen einzelne Komponenten betreffen, wie beispielsweise das Kurzzeitgedächtnis, haben sich teilweise Mechanismen entwickelt, welche die entsprechenden Einschränkungen etwas abschwächen. Dies wird am Beispiel des 'Chunking' dargestellt.


Thomas Geis: Wie man von Mängeln in interaktiven Produkten auf Mängel in deren Entwicklungsprozess schliessen kann

"Sage mir, welche Nutzungsprobleme ein Produkt verursacht, und ich sage Dir, was im Entwicklungsprozess schiefgelaufen ist." Wenn Benutzer über Nutzungsprobleme klagen, dann ist es zielführend, die festgestellten Mängel als Symptome anzusehen und nach den Ursachen im Prozess zu suchen. Benutzer und ihre Arbeitgeber achten heute zunehmend auf die Gebrauchstauglichkeit eines Produkts, weil sie bemerkt haben, dass mangelhafte Nutzungsqualität unnötig hohe Nutzungskosten nach sich zieht. Deshalb sind viele Hersteller heute bereit, eine Herstellererklärung zur Gebrauchstauglichkeit des gelieferten Produkts abzugeben...(weitere Info)


Prof. Dr. M. R. Berthold: Von Warenkörben und Molekülen - Finden von Gemeinsamkeiten in grossen Datenmengen

In diesem Vortrag beschreiben wir Verfahren, die in Datenbanken,z.b. einer Supermarktkette, nach Gemeinsamkeiten suchen. Ergebnis sind zum Beispiel oft zusammen gekaufte Produkte. Der zugrundeliegende Algorithmus durchsucht den enormen Suchraum durch ein geschicktes Indizierungsschema sehr effizient. Eine Erweiterung dieser Methoden erlaubt es, auch in molekularen Datenbanken nach Gemeinsamkeiten der vorliegenden Moleküle suchen. Durch eine lokale Indizierung der den Molekülen zugrundeliegenden Graphstrukturen, lassen sich die meisten Vorteile der von der Warenkorbanalyse bekannten Verfahren weiter nutzen. Wir zeigen, wie dieser Algorithmus dazu verwendet werden kann, bestimmte molekulare Teilstrukturen zu finden, die bei Medikamenten gegen HIV Erkrankungen eingesetzt werden.



University of Konstanz, Frank Müller · last revised Oct 23, 2003