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Es werden die Zukunft vermutlich bestimmende
Organisationsmodelle für den Umgang (Produktion, Verbreitung
und Nutzung) mit Wissen bzw. Informationsprodukten beschrieben. Idealtypisch
wird dabei zwischen Napsterisierung und Venterisierung unterschieden.
Mit "Napsterisierung" wird (in polemischer Absicht) die
Aneignung und Weitergabe von Informationsprodukten unter Umgehung
kommerzieller Gepflogenheiten des Handels mit diesen Produkten bezeichnet:
Vorbild die Tauschbörse Napster. "Venterisierung" hingegen
benennt den perfektionierten Vorgang der kontrollierten, privaten
Aneignung von Wissen und dessen Umsetzung in Informationsprodukte,
die auf den Informationsmärkten im Sinne von kommerziellen Plattformen
oder Marktplätzen gehandelt werden. Vorbild: die von Craig Venter
gegründete Firma Celera Genomics. Napsterisierung kann aber auch
als ein der globalen Netzwelt angemessenes neues Organisationsmodell
(und dann auch Geschäftsmodell) für die Produktion und Nutzung
von Wissen verstanden werden, das auf den Prinzipien des Information
sharing und der verteilten Eingabe von Wissensobjekten und ihres Abrufs
beruht. Napsterisierung in diesem Sinne könnte also ein Gegenmodell
zur zentralen Organisation und Verteilung von Wissen sein. Im Beitrag
werden die Vorgänge der Napsterisierung an den Beispielen Napster
selber, der Auseinandersetzung um Kodierung und Dekodierung von DVD,
der eBooks (Digital Rights Management) und der Napsterisierung innerhalb
der Wissenschaft (Referenzierungsverluste und Direktpublikation) detailliert
diskutiert und daraus Schlüsse für neue Wissensorganisationsmodelle
und damit für eine politische Ökonomie des Wissens gezogen.
Unter der Voraussetzung, dass Wissen nicht umfassend kontrolliert
werden kann, wird nahegelegt, dass die Informationswirtschaft unter
Anerkennung der Prinzipien des Information Sharing, der verteilten
Informationsarbeit, der Lizensierung von Information mit der Verpflichtung
der Offenlegung und Referenzierung, des Pricing for Information und
der Bereitstellung informationeller Mehrwerte besser neue Organisations-
und Nutzungsmodelle entwickeln sollte, als dass Napsterisierung und
Venterisierung weiterhin Positionen eines fortgesetzten Informationskrieges
besetzen.
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Volltext |
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Literatur |
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Himanen, Pekka (2001): The hacker
ethic and the spirit of the
information age, Random House: New York (mit einem Prolog von
Linus Torvalds und einem Epilog von Manuel Castells) |
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Kuhlen, Rainer (1999): Die Konsequenzen
von
Informationsassistenten. Was bedeutet informationelle Autonomie
oder wie kann Vertrauen in elektronische Dienste in offenen
Informationsmärkten gesichert werden? Suhrkamp-Verlag: Frankfurt
a. M. (stw 1443) |
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Kuhlen, Rainer (2001): Universal Access
- Wem gehört das Wissen?
Gut zu wissen - links zur Wissensgesellschaft. Kongress der
Heinrich-Böll-Stiftung. 4.-6. Mai Humboldt-Universität zu
Berlin
(http://www.ib.hu-berlin.de/~kuhlen/Vortraege01-Web/publikationstext.pdf)
Lessig, Lawrence (1999): Code and other laws of cyberspace, New
York, NY |
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Manasse, Mark S. (2000): Why rights
management is wrong (and what
to do instead). W3C DRM Workshop 2001
(http://www.w3.org/2000/12/drm-ws/pp/compaq.html)
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